Noch fliesst nicht viel Wasser in den Schweizer Flüssen, aber trotzdem bleibt zur Zeit fast kein Stein auf dem Anderen. Der Dachverband aller Schweizer Kanuten versucht den Überblick zu behalten.
Im Freiburgerland plant die sol-E Suisse AG die Warme Sense mit einem Wasserkraftwerk zu nutzen und somit eine weitere Kanustrecke mehrheitlich unfahrbar zu machen. Nach Bekanntwerden des Projekts hat der Schweizerische Kanu-Verband (SKV) beim Kanton Freiburg eine Stellungnahme abgegeben. In diesem Fall ist der SKV mit seinem Anliegen nicht alleine, auch der WWF möchte diesen Flussabschnitt erhalten.
In der Zentralschweiz beschäftigt sich der SKV mit anderen Problemen. Der Kanton Luzern hat mit einer neuen Verordnung, welche 2011 in Kraft gesetzt wurde, alle Flüsse bis auf zwei Ausnahmen für den Schiffsverkehr gesperrt. Somit dürfen auch die Kanufahrer nur noch auf der Reuss unterhalb der St. Karli-Brücke und auf der Kleinen Emme paddeln. Leider hat die Gewässerkommission des SKV erst von der Verordnung erfahren, nachdem diese in Kraft trat. Man ist nun im Kontakt mit den Behörden und setzt sich dafür ein, dass dieses Verbot rückgängig gemacht wird. Einmal mehr wird daraus ersichtlich, wie wichtig es ist, dass Paddler vor Ort die Augen und Ohren offen halten und bei Gesetzesänderungen oder Kraftwerkprojekten frühzeitig mit dem SKV Kontakt aufnehmen.
Eine andere Baustelle entstand in Thun. Über den Winter wurde die Flusssohle unterhalb der Scherzligerschleuse in Thun saniert, genau dort wo die tolle Surfwelle stand und 2009 die Freestyle-WM durchgeführt wurde. Durch diese Sanierung drohte die Surfwelle zu verschwinden. Die Kanufahrer vor Ort realisierten dies rechtzeitig und baten den SKV um Unterstützung. Mit einer Stellungnahme an die zuständige Amtsstelle machte der SKV auf die Problematik aufmerksam. Die betroffenen Kreise wurden daraufhin zu einem Gespräch eingeladen und daraus entstanden Ideen, wie die Welle beibehalten werden kann. Die Kanuten verfolgten anschliessend die Bauarbeiten vor Ort und es ist zu hoffen, dass dadurch die Welle gerettet wurde.
Neben all diesem Einsatz für die Erhaltung der Befahrbarkeit der Flüsse, möchte der SKV auch wieder einen aktuellen Flussführer veröffentlichen. Dies jedoch nicht als Buch sondern als eine Variante im Internet. Dazu braucht es Paddler, welche bereit sind, Flussabschnitte zu beschreiben. Die notwendigen Vorlagen können auf der SKV-Website (www.swisscanoe.ch) heruntergeladen oder auf der SKV-Geschäftsstelle bezogen werden.
Zusätzliche Informationen über die Tätigkeiten des SKV und weitere interessante Kanu-Neuigkeiten gibt es über folgende Kanäle:
- Verbandsorgan “Kanu Schweiz 2012″ (erhalten alle SKV-Mitglieder Ende April per Post)
- Website unter www.swisscanoe.ch
- Newsletter unter http://newsletter.swisscanoe.ch
- Facebook unter www.facebook.com/swisscanoe
- Twitter unter www.twitter.com/swisscanoe
Reto Wyss
Direktor SKV